Die ätherischen Öle werden immer beliebter und so gibt es auch eine Vielzahl von Firmen, die die ätherischen Öle anbieten. Hier kann ich nur sagen: Augen auf beim Kauf!
Zuerst einmal sollte man sich die Öle-Flasche - oder wenn man online bestellt die Beschreibung - gut durchlesen. Es gibt Angaben, die unbedingt drauf stehen sollten:
1. naturreines Öl: Es sollte sich um ein 100% naturreines Öl handeln. Die Bezeichnung „naturidentisch“ bezeichnet ein chemisch hergestelltes Öl. Dies kann im Grunde ähnlich riechen wie das naturreine Öl, aber es hat keine therapeutische Wirkung. Zudem könnten Allergiker/Asthmatiker hierauf reagieren.
2. Botanischer Name: Jede Pflanze hat einen botanischen Namen. Dieser sollte auf dem Öl stehen. Eine Pflanzenart hat schon mal mehrere Gattungen und kommen auch in unterschiedlichen Teilen der Welt vor. Bei Lavendel ist der echte Lavendel „Lavandula angustifolia“. Dann gibt es aber noch den Speiklavendel „Lavandula latifolia“. Beide haben unterschiedliche Wirkungsweisen. Deshalb ist der botanische Name, so wichtig. Zudem gibt es bei gleichen Gattungen auch Chemotypen, die dann mit „ct.“ nach dem Pflanzennamen deklariert werden, was den Inhaltsstoff noch konkretisiert.
3. Herkunftsland: Bleiben wir beim Lavendel, wird man feststellen, dass ein Lavendel mit Anbaugebiet in Deutschland, Frankreich, im Mittelmeerraum oder Balkan unterschiedlich riecht. Üblicherweise sollte man schauen, wo die Pflanzenart typischerweise angebaut wird, das gibt auch ein Hinweis auf gute Bedingungen für ein ätherisches Öl.
4. Gewinnungsarten: Es gibt unterschiedliche Gewinnungsarten von ätherischen Ölen. Ich beschränke mich hier auf die 3 gebräuchlichsten Arten:
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Wasserdampfdestillation: durch den heißen Wasserdampf lösen sich die ätherischen Öle in der Pflanze. Dieses Öl wird abgefangen. Als Nebenprodukt entsteht das Hydrolat, auch Pflanzenwasser genannt, was auch vielseitig eingesetzt werden kann.
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Kaltpressung: vor allem Zitrusöl wird mittels Kaltpressung der Schale gewonnen. Dadurch sind die Öle meist Photosensitiv.
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Alkoholextraktion: bestimmte Öle wie Jasmin oder Benzoe Siam werden mittels Alkoholextraktion gewonnen. Hier wird Alkohol als Lösungsmittel genutzt um die Öle zu gewinnen. Diese Öle tragen dann meist die Zusatzbezeichnung „Absolue“. Rosenöl wird oft als Absolue angeboten, da die Dampfdestillation sehr viel Pflanzenmaterial braucht, was das Öl so teuer und wertvoll macht. Das Rosenöl Absolue riecht dann auch anders als das dampfdestillierte Rosenöl.
5. Eignung: in Deutschland muss ein ätherisches Öl einer Zulassung unterliegen. Die Kategorien sind:
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Lebensmittel: Bei der Auszeichnung als Lebensmittel eignet sich das Öl zur inneren Einnahme (was ich nur bedingt empfehlen kann und man sollte hier mit größter Vorsichtig vorgehen und sich vorher gut informieren!)
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Kosmetika: die ätherischen Öle eignen sich für kosmetische Anwendungen. Die Hersteller empfehlen keine innere Einnahme.
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Bedarfsgegenstand: diese Öle gehören keiner der beiden oben genannten Kategorien an. Sie müssen mit Warnhinweise und Zeichen versehen werden, was ggf. zunächst abschreckend wirkt. Das heißt aber nicht, dass das Öl eine schlechte oder mindere Qualität haben muss. Es heißt einfach nur, das der Hersteller es dieser Zulassung unterworfen hat.
6. Mindesthaltbarkeitsdatum/ Chargennummer: auf den Ölflaschen sollte - auch abhängig von der oben beschriebenen Zulassungsart - ein Mindesthaltbarkeitsdatum drauf stehen. Als Lebensmittel zugelassene Öle sind in der Regeln schon mal 1 Jahr haltbar, während gleiche Öle als Kosmetika 2 Jahre als haltbar ausgezeichnet werden. Grds. sollte man Zitrusöle und Teebaumöl innerhalb von 6 Monaten aufbrauchen, während z.B. manche Baumöle viel länger haltbar sein können. Hier kommt es auch auf die richtige Aufbewahrung an (trocken, dunkel und kühl). Die Öle sollten alle eine Chargennummer haben. Diese dient zur Rückverfolgung des Produkts und gibt Informationen über Herkunft, Gewinnungsverfahren etc.
Schlussendlich müssen Marken Vertrauen schaffen und Transparenz leben. Mir ist keine oberste Prüfstelle bekannt, die alle Hersteller vergleicht und auf‘s kleinste bewertet und sagen kann, welches das reinste und qualitativ beste Öl ist. So sind wir Anwender auch keine Chemiker, die das Zuhause nachprüfen können. Es gibt aber bestimmte Bezeichnungen und Auszeichnungen auf den Produkten, die auf ein gewisses standardisiertes Verfahren beim Anbau der Pflanzen hinweisen (Bio, Demeter, etc.).
Gebräuchliche Öle sind in einer 5 ml Flasche in der Regel erschwinglich. Man sollte jedoch Preise vergleichen und sich stutzig werden, wenn irgendwo ein Lavendelöl für 1,99 € angeboten wird. Das kann nicht passen, dass dieses Öl dann die oben genannten Anforderungen erfüllt. Auch bei teuren Ölen sollte man aufpassen. Diese gibt es gerade bei Herstellern im deutschsprachigen Raum auch in 1 ml. Große Mengen zu sehr günstigen Preisen sollte stutzig machen.
Für Fragen, Empfehlungen oder Bestellungen stehe ich dir gerne zur Verfügung!
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